Erprobung der Maßbandantenne "im Feld"

Nach dem [internal link] verregneten Bastelnachmittag folgte ein trockener, aber nicht zu heißer Sommersonntag. Ideale Bedingungen also, um die fertig gestellte Portabel-Antenne auszuprobieren.

Da unser Garten für einen Dipol voller Länge für das 80m-Band zu klein ist, ging's raus "auf's Feld". In der Nähe gibt es eine Hochebene mit Feldern und einigen Obstbäumen, die mir geeignet schien. Die Aufhängung sollte als Inverted-V an meinem 12m-GFK-Mast von Spiderbeam erfolgen.

Auf dieser Hochebene befindet sich auch ein Jägerhochsitz, an dem ich den Mast zunächst befestigen wollte. So bräuchte ich, keine zusätzliche Abspannung, was das Aufstellen ganz allein enorm erleichtern würde. Aufstellen und Befestigen ansich waren auch kein Problem, jedoch erwies sich das Mittelteil des Dipols wohl doch als ein wenig zu schwer, so dass sich der Mast heftig durchbog:

durchgebogener Mast

Der recht starke Wind machte die Angelegenheit nicht weniger bedrohlich, so dass ich mich entschloss, den Mast wieder einzuholen und das Mittelteil direkt am Jägerhochsitz zu befestigen.

Befestigung des Mittelteils am Hochsitz

Jägerhochsitz mit KW-Antenne
Wohl der einzige Jägerhochsitz mit KW-Antenne in DL!

Der Speisepunkt war nun immerhin auch noch in 5-6 Metern Höhe und die Enden wurden so abgespannt, dass sie ca. 1m über dem Boden waren.

Dipolende abgespannt
Dipolende abgespannt

Theoretisch hatte ich für Resonanz bei 3,6 MHz eine Länge von ca. 19,8m für jede Hälfte errechnet (ca. 3% kürzer als ein gestreckter Dipol). Praktisch erwies sie sich als zu lang. Da ich meinen Antennenanalysator mitgenommen hatte, war dies ruckzuck klar: die Resonanz lag bei ca. 3,37 MHz. Per Dreisatzrechnung ist dann aber die korrekte Länge (ca. 18,5m) schnell ermittelt und dank Maßbandskala auch schnell eingestellt.

In der Praxis musste die Antenne also über 1m kürzer sein als berechnet, um resonant zu sein. Ich führe dies hauptsächlich auf die geringe Höhe der Strahlerenden über Boden (ca. 80-100cm) sowie die aufgerollten Endstücke der Maßbänder zurück. Letztere wirken wie Endkapazitäten, also zusätzlich mechanisch verkürzend bzw. elektrisch verlängernd.

Ich bin mal gespannt, ob die Werte an anderem Ort reproduzierbar sind.

Da die Antenne nun schon mal hing, habe ich noch zwei QSOs in PSK31 gefahren bevor es dann aufgrund des Winds auch etwas kühl wurde und ich alles wieder eingepackt habe.

Stillleben mit Funkgerät und MDA
Stillleben mit Funkgerät und MDA

DL3BC/p in action!
DL3BC/p in action!

DL3BC/p in action, die Zweite!
DL3BC/p in action, die Zweite!

Schöne PSK31-Signal aus PA auf dem MDA!
Schöne PSK31-Signale aus PA auf dem MDA!

Fazit:

  • Der Maßbanddipol ist praktisch zum Mitnehmen.
  • Jedes (Amateurfunk-)Band ist einfach einstellbar.
  • Das Mittelteil ist evtl. etwas zu schwer für die oberste Spitze des sonst sehr stabilen Spiderbeam-Masts => ich baue vielleicht nochmal eines ohne Balun/Mantelwellensperre.
  • Die Maßbänder haben eine höhere Windlast als einfache Drähte, was aber bei 1cm Breite noch nicht zu kritisch ist.
  • Beim Hantieren mit den Bändern sollte man evtl. Arbeitshandschuhe tragen, da man sich damit schneiden kann.
  • Es hat Spaß gemacht, damit zu experimantieren (und das ist das Wichtigste)!

 

 

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