ARDF - Fuchsjagd - Amateurfunkpeilen

Da ich in meiner Wohnung hinsichtlich Antennenbau ziemlich eingeschränkt bin, suche ich immer nach interessanten "Outdoor"-Aktivitäten. Neben [internal     link] SOTA ist die Fuchsjagd (ARDF) eine tolle Sache mit einem gewissen sportlichen Nebeneffekt!

Logo des DARC-ARDF-Referats
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DARC ARDF-Referats

Was ist ARDF?
ARDF heißt Amateur Radio Direction Finding, auf deutsch Amateurfunkpeilen oder auch "Fuchsjagd".
Das sind die Regeln in Kurzfassung:
Man muss versuchen 5 in der Landschaft versteckte Sender (die "Füchse") durch Peilungen zu finden.
Die Sender arbeiten zeitgesteuert. Jeder sendet eine Minute lang seine Kennung in CW (also Morse-Zeichen), dann beginnt der nächste seine Sendung. Die Kennungen der einzelnen Sender sind:
1. Sender: MOE
2. Sender: MOI
3. Sender: MOS
4. Sender: MOH
5. Sender: MO5
Das hört sich erstmal verwirrend an, wenn man keine Morsezeichen kennt. Aber es ist ziemlich simpel weil jede Kennung gleich beginnt (Morse-Zeichen - -   - - - für "MO"), gefolgt durch die Nummer des Senders repräsentierende Anzahl von Punkten.
Beispiele:
- -   - - -   . .    steht für MOI, Nr. 2
- -   - - -   . . .  steht für MOS, Nr. 3
[external link] Hier gibt es die Kennungen zum Anhören (-> herunter-scrollen zu "Hörproben...").
Sobald man einen Sender gefunden hat, prägt man mit einer Zange ein Muster in eine Teilnehmerkarte, um zu beweisen, dass man ihn tatsächlich gefunden hat.
Die Anzahl gefundener Sender und die dafür benötigte Zeit bestimmt die Rangfolge der Teilnehmer; je schneller, desto besser. Wobei aber die Anzahl wichtiger als die Zeit ist. Das heißt jemand, der alle Füchse gefunden hat, schneidet besser ab, als jemand, der schneller am Ziel war, aber nicht so viele gefunden hat.
Da die erfahreneren Teilnehmer normalerweise alle Füchse finden, ist für Ihre Platzierung hauptsächlich die Zeit ausschlaggebend.

Für ARDF verwendete Frequenzen
Normalerweise werden für Fuchsjagden zwei Amateurfunkbänder verwendet:
das [external link] 80-Meter-Band (3,5 MHz) ond das [external link] 2-Meter-Band (144 MHz).
Der Vorteil des 80m-Bandes gegenüber dem 2m-Band ist, dass es dort nicht so viele von Gebäuden, Bergen und Bäumen usw. verursachte Reflexionen gibt. Dies ist durch die Wellenlänge bedingt. Diese Reflexionen verfälschen die Peilungen oft sehr stark. Beispielsweise meint man einen Fuchs aus Richtung Norden zu hören, obwohl er sich in Wirklichkeit im Westen befindet und im Norden ein Hügel ist, an dem seine Wellen reflektiert werden.
Deshalb ist das 80m-Band Anfängern zu empfehlen, um Erfahrungen zu sammeln.

Was benötigt man für eine Fuchsjagd?
Zuerst braucht man natürlich einen Peilempfänger. Normalerweise werden spezielle tragbare Empfänger dafür benutzt, da normale Amateurfunkempfänger zu groß und/oder zu schwer sind.
80m-Empfänger haben meist eine eingebaute Antenne, oft eine Ferrit-Antenne, manchmal auch magnetische Antennen.
Der Empfänger selbst kann ziemlich einfach konstruiert sein. Oft werden Direktüberlagerungsempfänger verwendet. Im Web kann man viel Bauanleitungen dazu finden (z.B. [external link] hier, meiner ist [external link] hier beschrieben). Soweit ich weiß, gibt es keine kommerziell hergestellten ARDF-Empfänger.
Sehr oft kann man bei Fuchsjagden Empfänger ausleihen, wenn man keinen eigenen hat.

Mein 80m-Fuchsjagd-Empfänger
Mein 80m-Fuchsjagd-Empfänger

2m-Empfänger haben oft [external link] HB9CV- oder 2- oder 3-Element- [external link] Yagi-Antennen, die fest mit dem Empfänger verbunden sind.

Mein 2m-Fuchsjagd-Empfänger
Mein 2m-Fuchsjagd-Empfänger

Darüber hinaus ist ein Kompass sehr hilfreich bei der Orientierung mit Hilfe der zur Verfügung gestellten topografischen Karte. Ich habe mir eine spezielle Platte gebastelt, die den Kompass und die Karte aufnimmt. Während der Fuchsjagd trage ich mit den Stiften meine Peilungen ein.

Mein Karten- und Kompasshalter
Mein Karten- und Kompasshalter

Habe ich Dein Interesse geweckt?
Fuchjagd macht wirklich Spaß! Dafür benötigt man keine Amateurfunklizenz! Frage im lokalen [external link] DARC-Ortsverband danach oder suche im [external link] Web nach Veranstaltungen in Deiner Nähe. Wie bereits erwähnt kann amn Empfänger meistens ausleihen und oft finden kurze Einweisungen für Anfänger statt.

Eine gute Einführung gibt es als PDF-Dokument vom ARDF-Referat des DARC: [external link] hier klicken und herunter-scrollen zu "Seminarunterlagen" -> "Einführung in das Amateurfunkpeilen".

Du kannst die Regeln und die Taktik auch lernen, ohne rennen zu müssen - mit dem kleinen Programm "foxhunter" von Günther Fromhagen, DK8OH, das Du [external link] hier herunterladen kannst.

Wenn Du Dir das Thema Fuchsjagd zunächst theoretisch erarbeiten willst, bevor Du das erste Mal startest, kann ich das Buch [external link] "Handbuch Amateurfunkpeilen" von Peter Gierlach, DF3KT, empfehlen, das im DARC-Verlag erschienen ist.
Es enthält jede Menge Tipps zum Peilen, zur Technik, den Regeln usw.

 

ARDF im Podcast

Im Jahr 2008 habe ich für den (inzwischen leider eingestellten) Amateurfunk-Podcast "QTH Germany" von Norman, DL6YDY, einen Gastbeitrag über ARDF produziert.

Die gesamte Folge kann man [external link] hier herunterladen (mp3-Datei, ca. 57 min / 33 MB).
Informationen zu dieser Folge findet man auf [external link] Normans Web-Seite.
Nur den von mir produziereten Beitrag kann man [internal link] hier herunterladen (mp3-Datei, ca. 14 min / 17 MB).

 

 

 

Weblinks

[external link] Amateurfunkpeilen und Orientierungslauf von DF3KT
Informationen und Termine zu ARDF und (der verwandten Sportart) Orientierungslauf

[external link] ARDF-Referat des DARC
Informationen, Termine, Forum, Technik, ...

[external link] IARU Region 1 ARDF Working Group [in English language]
Informationen und die offiziellen Meisterschaftsregeln

[external link] Ein interessantes Video über ARDF auf YouTube von KN4AQ [in English language]